Parkett ist ein bekannter Bodenbelag, der in vielen Bereichen Anwendung findet. Egal, ob es um den Innen- oder Außenbereich geht, der Werkstoff Holz ist bei entsprechender Behandlung sehr widerstandsfähig. Dabei wissen jedoch die wenigsten genauer Bescheid über die Ursprünge und die Geschichte von Parkett. Begleiten Sie uns auf einem kleinen Streifzug durch interessante Stationen und sehen Sie diesen Bodenbelag in einem neuen Licht.
Der Ursprung von Parkett
Der Ursprung des Wortes „Parkett“ stammt dabei aus dem Französischen. Das erste Vorkommen dieses Bodenbelags kann auf das Jahr 1684 datiert werden, Holz wurde hier im geschichtsträchtigen Schloss von Versailles als Alternative zum bisher verwendeten Marmor eingeführt. Das Problem bestand bei Marmor in dem ständig notwendigen Abwaschen, das die darunterliegenden Balken zum Verrotten gebracht hatte.
Diese Entwicklung war ein großer Schritt gegenüber der gängigen Praxis im Mittelalter. Zu dieser Zeit wurden Holzbohlen einfach nebeneinandergelegt und dienten so als Bodenbelag, später fanden gehobelte Dielen Anwendung. Das Färben und Einfügen von Edelhölzern kam erst später in Mode, hier wurden vorwiegend tropische Hölzer aus fernen Ländern verwendet. Natürlich war ein derartiger Bodenbelag sehr wertvoll und daher nur einer kleinen Bevölkerungsschicht zugänglich – nach den Palästen der Monarchie wurden etwa Patrizierhäuser mit derartigen Böden ausgestattet.
Erst im 19. Jahrhundert fand das Parkett eine breitere Käuferschicht. Speziell die Industrialisierung trug ihren Teil zur Verbreitung des Parketts, die bis in die mittelständischen Privathäuser reichte, bei. Erst zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die heutzutage verwendeten Methoden zur Versiegelung perfektioniert, die dem Parkett seine hohe Belastbarkeit und lange Verwendung ermöglichen.
Der Beruf des Parkettlegers ist im Vergleich zu vielen anderen Professionen noch relativ jung, erst seit den 1970ern gibt es in Deutschland einen derartigen Ausbildungsberuf.
Die Parkettindustrie
Die Parkettindustrie hat, wie schon erwähnt, ihren Ursprung im 20. Jahrhundert. Erst zu dieser Zeit war es dank neuer Produktionstechniken sowie Automatisierungen möglich, Parkett in kurzer Zeit und großer Stückzahl herzustellen Dies hatte natürlich nachhaltigen Einfluss auf die Preise: Dank optimierter Herstellungsprozesse konnte das Parkett zu günstigeren Konditionen angeboten werden.
Ebenfalls erlaubte die Industrialisierung die einfache Produktion von außergewöhnlichen Bohlenmustern in großer Stückzahl. In den ersten Jahren wurden die Dielen noch mit dem Untergrund vernagelt, später fanden die Verklebung mit einer Asphaltschicht und danach kalte Klebstoffe Anwendung.
Mosaikparkett wurde im Jahre 1926 in Frankreich entwickelt. Mittels einer Maschine, die einzelne Elemente zu ganzen Tafeln zusammensetzte, welche durch Papier zusammengehalten wurde. Der spätere Einsatz eines Kunstfasergewebes machte das mühsame Ablösen des Papiers nach der Verlegung in späterer Zeit überflüssig.
Mehrschichtparkett wurde in Schweden entwickelt. Parkettelemente wurden dazu auf einem Trägermedium aus Holz angebracht, was einen dreischichtigen Holzboden ergab. Das vor allem bei Modernisierungen und Renovierungen eingesetzte Zweischichtparkett wurde erst in den 1970er Jahren in der Schweiz konzipiert. Der dünne Aufbau macht es universeller einsetzbar als beispielsweise das vorher genannte Dreischichtparkett.
Heutzutage ist Parkett natürlich nicht mehr derart selten, wie es vor einigen hundert Jahren einmal war – trotzdem ist es nach wie vor ein fußwarmer, pflegeleichter und langlebiger Bodenbelag.